Tag 2: Delhi

Bilder und Straßenverkehr

Eine kurze Information vorab zu den Bildern: Ich werde sie in den nächsten Tagen hoffentlich nachliefern können, aber zur Zeit komme ich noch weder dazu, sie zu bearbeiten bzw. auch nur zu sortieren, noch sie hochzuladen, weil die Verbindungen in den Hotels ziemlich dürftig sind, was das Hochladen von größeren Datenmengen betrifft. Die Bilder kommen hoffentlich bald nach und ich komme nun zum zweiten Tag.

Es geht los am Palmsonntag zur durchaus christlichen Zeit um 9:30.
Der Verkehr ist trotz Sonntag ziemlich dicht und anders als z. B. in Saigon fahren hier sehr viele Autos.
Jai, unser Guide, erklärt uns, dass viele Menschen täglich zur Arbeit nach Delhi fahren und oft die Fahrzeit bis zu zwei Stunden beträgt. Bei wechselnden Witterungen (Monsun, 45 Grad, im Winter auch schon mal Minusgrade) macht das auf dem Roller wenig Spaß. Das Auto bietet Regenschutz, Klimaanlage und Heizung… Noch Fragen?
Wir selbst haben den Comfort-Bus, der exklusiv für Chamäleon fährt, einen 21-Sitzer mit getrennter Kabine für Fahrer und Assistenten. Glücklicherweise ist unser Fahrer auf Zack und  bemerkte noch rechtzeitig, dass die Passage der Unterführung eine nicht ganz so gute Idee war, da die Höhe von Unterführung und Bus zu Ungunsten des Busses nicht zusammen passten. Der Assistent hat in einem solchen Fall die Aufgabe, den nachfolgenden Verkehr insoweit zu „regeln“, dass wir zurücksetzen und eine andere Möglichkeit zum Abbiegen finden können. Wir kamen etwas zu spät zu unserem ersten Termin, aber das war nicht weiter tragisch. Hier gehen die Menschen eher gelassen und entspannt mit solchen Dingen um.

Sanshil Foundation for Welfare –
Übergabe der Abschlusszertifikate

Eigentlich war der Besuch der Foundation für Tag 3 geplant, aber heute wurden die Zertifikate für die bestandenen Prüfungen überreicht und da Chamäleon die Ausbildung zur Näherin und neuerdings auch zur Stoffdruckerin unterstützt, bot es sich an, bei der Übergabe mitzuhelfen und auch direkt einen Einblick gewinnen, was unter anderem mit unserem Geld geschieht.

Klein aber fein ist das Motto der Einrichtung, was die Größe der Ausbildungsstätte betrifft. Auf engstem Raum stehen hier die Nähmaschinen auf dem Boden bzw. einige mittlerweile auch auf Tischen, aber sie bieten den Frauen die Möglichkeit, eine Ausblidung zu erhalten und zum Einkommen der Familien beizutragen. Entsprechend sahen wir in zufriedene und glückliche Gesichter vonFrauen, die ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben.

Wie von Chamäleon gewohnt, erhielten auch wir ein kleines Geschenk in Form eines Stoffbeutels für unsere Wasserflasche, den man sich umhängen und damit Selbige bequem bei den „Außeneinsätzen“ transportieren kann.

Alt-Delhi

Nach diesem quasi „offiziellen“ Termin starteten wir, um (Alt-) Delhi zu erkunden.
Kurze Fakten, die uns Jai geliefert hat, ganz ohne den Anspruch zu 100% korrekt zu sein. Ausführlicher findet man das ganze natürlich wieder hier bei den Wissenslieferanten von Wikipedia.

  • Delhi wurde insgesamt sieben Mal zerstört und wieder aufgebaut und hat jedes Mal einen neuen Namen bekommen.
  • Der fünfte Kaiser, der auch das Taj Mahal gebaut hat, hat auch das Rote Fort gebaut und damit sozusagen Alt-Delhi gegründet.
  • Neu Delhi wurde von den Briten gebaut

Danach haben wir die größte Moschee (Jama Masjid) in Delhi besichtigt, die Platz für 25.000 Gläubige bietet, in der jeder mit Knipse einen Foto-Passierschein für 300 Rupien kaufen muss und in der angeblich alle Frauen ein extra Gewand tragen müssen, dass freundlicherweise zur Verfügung gestellt wird.
Die Inder halten es bei der Moschee wie die Kölner beim Dom: Eine Kirche ist nicht komplett ohne Gerüst am Turm.

Danach waren wir an der Stelle, an der Mahatma Gandhi verbrannt wurde und die heute mit einem großen Park umrahmt und sehr schön gestaltet ist. Picknick ist aber verboten. Da Sonntag ist, sind auch hier viele Menschen unterwegs. Wir lernen, dass Mahatma nicht der Vorname sondern eigentlich ein Titel ist und soviel wie „große Seele“ bedeutet. Am Rand der Wege stehen immer Steine mit Zitaten von Gandhi und einem kleinen Piktogramm. Irgendwie erinnert mich das ein bisschen an einen deutschen Comiczeichner, dessen Figuren relativ ähnlich aussehen.

Nach dem Essen in einem 5-Sterne-Schuppen :-), setzen wir unsere Fahrt fort und sehen das India-Gate und können einige Regierungsgebäude zumindest im Vorbeifahren sehen.

Letzter Tagesordnungspunkt ist der Gurudwara Shri Rakab Ganj Sahib Tempel der Sikh wo wir einerseits den Tempel selbst sehen, aber auch die „Küche“, die ziemliche Dimensionen hat und in der jeden Tag viele Freiwillige arbeiten um Speisen zuzubereiten. Alles was verarbeitet wird, wird mit Spenden finanziert (Jeder Sikh spendet 10% seines Einkommens) und jeder kann dort eine kostenlose Mahlzeit bekommen. Wir laufen mit unserer Gruppe mitten durch den Bereich, wo das Essen zubereitet wird und irgendwie macht das mir wieder ein etwas seltsames Gefühl. Aber es scheint niemanden zu stören, auch wenn man noch so sehr im Weg rumsteht.

Auch dazu einige Zahlen

  • Jeden Tag arbeiten dort 450 Menschen, davon 90% freiwillig und ohne Lohn
  • Es werden 12 t Weizenmehl
  • zu 200.000 Fladenbroten verarbeitet, dazu werden
  • 13 t Linsen,
  • 1,5 t Reis,
  • 2 t Gemüse in
  • 11 verdammt großen Pfannen und
  • einigen Töpfen, in die bis zu 700 kg Linsen passen, zubereitet.
  • In den Speisesaal passen 5.000 Leute und im Schnitt werden
  • 20.000 Menshcen pro Tag versorgt und
  • an Sonntagen sogar um die 40.000 Leute

Wir sind dann auf dem Rückweg zum Bus durch eine Menge Müll gelaufen, der leider achtlos auf die Straßen rund um den Tempel geworfen wurde, und haben den Tag dann mit einem Abendessen im Hotel abgeschlossen.

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